Institut für Bildungsforschung (IfB)

Profillinie: Partizipation AN, IN und DURCH Bildung

Die gesellschaftliche Partizipation von Kindern und Jugendlichen gehört zu den zentralen Zielen des deutschen Bildungssystems. Gleichzeitig zeigen aktuelle internationale Vergleichsstudien immer wieder deutliche Herausforderungen auf: So existieren etwa in Deutschland starke soziale Disparitäten und der Bildungserfolg sowie die Lebenschancen sind abhängig von unterschiedlichen sozialen Merkmalen wie beispielsweise der sozialen und kulturellen Zugehörigkeit, Geschlecht oder sonderpädagogischem Förderbedarf. Damit in Zusammenhang steht auch, dass Deutschland im europäischen und OECD-weiten Vergleich lediglich einen der hinteren Plätze belegt, wenn es um das kindliche Wohlbefinden geht. Die neue Profillinie des Instituts für Bildungsforschung greift diese Befunde auf und rückt die Bedingungen ge- und misslingender Partizipation in den Mittelpunkt empirischer Bildungsforschung.

Die Wissenschaftler*innen des Instituts für Bildungsforschung folgen einem breiten und interdisziplinären Partizipationsbegriff. Partizipation ist zugleich Voraussetzung, Bestandteil und Ergebnis von Bildungsprozessen. Die Profillinie untersucht daher drei Aspekte von Partizipation: Partizipation an Bildung umfasst den chancengleichen Zugang zu Bildung sowie die Möglichkeit, individuelle Bildungspotenziale zu entfalten. Partizipation in Bildung bezeichnet Mitgestaltungsmöglichkeiten und demokratische Teilhabe innerhalb von Bildungsinstitutionen. Partizipation durch Bildung beschreibt die gesellschaftliche, politische und berufliche Teilhabe, die durch Bildungsprozesse eröffnet wird.  

Ziel der Profillinie ist es, Wirkzusammenhänge zur Förderung von Partizipation an, in und durch Bildung besser zu verstehen und Ansatzpunkte für Transformationsprozesse im Bildungssystem zu identifizieren. Untersucht wird ein breites Spektrum verschiedener Dimensionen von Partizipation in schulischen und außerschulischen Bildungsinstitutionen und deren (Wechsel-)Wirkungen über die Lebensspanne hinweg.

Das Institut für Bildungsforschung startet mit dieser neuen Profillinie eine gezielte Bündelung und Ausweitung empirischer Studien, um Veränderungen im Bildungssystem evidenzbasiert mitzugestalten. Angestrebt wird der Ausbau von neuen nationalen und internationalen Forschungsverbünden sowie von kompetitiven Drittmittelprojekten.